DATEV und die Cloud: was wirklich Sache ist, und was ihr jetzt schon tun könnt

Kaum ein Thema sorgt bei unseren Kanzleien aktuell für so viel Gesprächsstoff wie der Umzug von DATEV in die Cloud. Das liegt allerdings nicht daran, dass irgendjemand Panik schieben will, sondern schlicht daran, dass DATEV selbst bislang wenig offiziell kommuniziert. Viele Kanzleien hören etwas von Kolleginnen und Kollegen, aus Foren oder von DATEV-Vertriebspartnern und die Aussagen widersprechen sich teilweise.

Wir sammeln und filtern deshalb für euch: was ist bestätigt, was ist Gerücht, und was könnt ihr schon heute sinnvoll tun.

 

Das Wichtigste vorab in Kürze

  • DATEV Kanzleimanagement, die Cloud-Nachfolge der Eigenorganisation, gibt es aktuell nicht zum Anfassen, selbst zertifizierte Partner haben keine Musteroberfläche gesehen.
  • Startet kein internes Umstellungsprojekt auf Verdacht. Ein sauber aufgesetztes EO comfort trägt euch noch eine ganze Weile.
  • Die meisten Punkte im DATEV Umstellungscockpit habt ihr längst erledigt oder sie sind nice-to-have, aber keine Pflicht.
  • Drei Punkte lohnen sich trotzdem schon heute: Rechnungen digitalisieren, Stammdaten prüfen, Datenbestände aufräumen.
  • Der Umstellungsassistent Mandantentyp-Einzelunternehmer ist nicht wie geplant mit dem August Update gekommen. Verschoben ist dieser auf Q4. Seit dem 06.08.2026 ist lediglich die Neuanlage solcher Mandate gesperrt.
  • DATEV EÜR Steuern ist keine Ankündigung, sondern läuft seit Ende 2023. Neu ist nur die Pflicht ab Besteuerungszeitraum 2026.

 

Kanzleimanagement selbst: aktuell nichts zum Anfassen

Der größte Baustein der Cloud-Transformation ist DATEV Kanzleimanagement, die Cloud-Nachfolgelösung für die bisherige DATEV Eigenorganisation. Hier die ehrliche Einschätzung: aktuell gibt es nichts zum Anfassen. Selbst Kolleginnen und Kollegen, die gerade die passende DATEV-Zertifizierung dazu durchlaufen, haben bislang keine Musteroberfläche zu sehen bekommen.

Unser Rat ist deshalb einfach: bereitet euch nicht auf etwas vor, das DATEV selbst noch nicht zeigen kann. Startet kein internes Umstellungsprojekt auf Verdacht, nur weil irgendwann eine Umstellung anstehen wird. Reizt stattdessen aus, was ihr habt. Ein sauber aufgesetztes EO comfort trägt euch noch eine ganze Weile, und jede Optimierung daran zahlt sich sofort aus, nicht erst nach der Migration.

Das DATEV Umstellungscockpit, gefiltert für euch

DATEV stellt ein sogenanntes Umstellungscockpit bereit, einen Fahrplan mit einer langen Liste an Vorbereitungspunkten für die Cloud. Wir haben uns diese Liste angeschaut und für euch eingeordnet. Die kurze Version: die meisten dieser Punkte habt ihr vermutlich längst erledigt, oder sie sind nice-to-have, aber keine Pflicht.

Im Cockpit stehen unter anderem:

  • Basisdaten online sowie Nutzer- und Kontoanlage, das gibt es schon seit rund fünf Jahren, inhaltlich nichts Neues
  • Lizenzumstellung
  • Personalwirtschaft
  • Digitales Buchen
  • Standardaufträge der Kanzlei definieren, für EO comfort-Anwender in aller Regel längst Standard, eher relevant für EO classic-Anwender

Wenn ihr diese Punkte schon abgedeckt habt, müsst ihr hier nichts weiter tun.

Drei Punkte, die schon heute im Alltag helfen

Unabhängig vom Cloud-Zeitplan gibt es drei Themen aus dem Cockpit, die sich für viele Kanzleien schon jetzt lohnen.

1. Rechnungen digitalisieren

Ein durchgängiger, digitaler Rechnungsprozess spart im Alltag Zeit, unabhängig davon, wann genau eure Kanzlei auf die Cloud umgestellt wird.

2. Stammdaten prüfen

Saubere Mandanten- und Adressdaten sind die Grundlage für jede spätere Umstellung. Was heute unvollständig oder doppelt gepflegt ist, wandert sonst genau so in die Cloud.

3. Datenbestände aufräumen

Alte, inaktive Mandate und offene Posten zu bereinigen lohnt sich immer, die DATEV-Bestandsoptimierung für die Eigenorganisation unterstützt dabei bereits seit einiger Zeit kostenfrei.

Wenn euch diese Punkte im Alltag ohnehin nichts bringen, weil bei euch schon alles aufgeräumt ist, dann lasst euch nicht verrückt machen und macht einfach gar nichts.

 

 

Ihr wollt wissen, welche der Cockpit-Punkte für eure Kanzlei tatsächlich relevant sind?​

Wir schauen uns euren Stand an und sagen euch, was ihr wirklich anfassen müsst und was ihr getrost liegen lassen könnt. Ohne Projekt auf Verdacht.​
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Die Gerüchteküche im Faktencheck

Wir bekommen aktuell viele unterschiedliche Aussagen zugetragen. Hier ordnen wir das ein, ausdrücklich mit Datum unseres letzten Checks.

Einzelunternehmer in der Cloud

Einzelunternehmer sollen laut aktuellem Kenntnisstand grundsätzlich auch in der Cloud funktionieren. Ebenfalls noch nicht offiziell bestätigt.

Update zum Umstellungsassistent Mandantentyp Einzelunternehmer, Stand 13.08.2026

Von der DATEV angekündigt war dass es mit dem Sommerupdate 2026 einen Assistenten geben soll, der bestehende Mandate vom Typ Einzelunternehmer automatisch auflöst beziehungsweise in natürliche Person und Unternehmen trennt. Dieser Assistent ist nicht gekommen.
Die aktuellere DATEV-Seite formuliert inzwischen vorsichtiger: Der Umstellungsassistent ist voraussichtlich im Laufe des 4. Quartals 2026 für alle Kanzleien verfügbar.

Unabhängig davon empfehlen wir schon länger, ohnehin keine neuen Einzelunternehmer-Mandate mehr anzulegen. Das hat aber mit der Cloud-Umstellung nichts zu tun, sondern andere Gründe, und ist inzwischen technisch sowieso blockiert.

LODAS

Aus dem Lohnbereich hören wir, dass LODAS noch etwa drei weitere Jahre weiterläuft und der Lohnbereich erst ab 2028 in die Cloud wandert. Das deckt sich mit dem, was uns aus mehreren Richtungen zugetragen wird, offiziell bestätigt ist es nicht.

Die EÜR ist kein Gerücht mehr, sondern längst Realität

Anders als teilweise kursiert, ist DATEV EÜR Steuern keine Zukunftsankündigung. Die Cloud-Anwendung läuft bereits seit Ende November 2023, kostenfrei für jede Kanzlei mit einem Vertrag für ESt classic oder ESt comfort, seit Januar 2024 auch für Einzelunternehmer mit den Einkunftsarten Gewerbebetrieb und Selbständige Arbeit sowie für Vereine.

Neu und tatsächlich mit Termin versehen ist nur die Pflicht: ab dem Besteuerungszeitraum 2026 müssen Anlage EÜR, AVEÜR und SE ausschließlich über diese Cloud-Anwendung erstellt und übermittelt werden.

MyDATEV Kanzlei: DATEVs eigene Empfehlung

DATEV empfiehlt, MyDATEV Kanzlei schon jetzt zu bestellen, um sich frühzeitig an das Arbeiten in der Cloud zu gewöhnen. Nach der DATEV-Preisliste mit Stand August 2026 liegt der Preis netto bei 28,00 Euro pro Monat für den ersten Nutzer und 13,30 Euro pro Monat für jeden weiteren Nutzer. Alternativ gibt es gestaffelte Nutzerlizenz-Sets, etwa 5 Nutzer für 75,60 Euro oder 10 Nutzer für 145,10 Euro pro Monat.

Hinweis: Preise ändern sich. Den aktuellen Stand prüft ihr am besten kurz in eurer Preisliste, oder ihr fragt uns.

Fragen dazu beantwortet euch gerne Michel Menk.


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Sommerupdate 2026: keine Neuerungen – es stagniert also lokal und in der Cloud?

DATEV rollt jedes Jahr im August ein großes Update über die Programme aus. In diesem Jahr gibt es dabei keine nennenswerten Neuerungen, jedenfalls nichts, was euren Kanzleialltag spürbar verändert. 

Wenn ein Update schon keine Neuerungen bringt, bleibt zumindest die Hoffnung, dass es dafür reibungslos durchläuft.

Ein zweiter Beitrag für Großkanzleien

Alles bisher Gesagte gilt für den Kanzleialltag: nicht in Aktionismus verfallen, das bestehende System ausreizen, an den Rändern mit passenden Tools ergänzen. Für die allermeisten Kanzleien ist das die richtige Antwort, denn eine wirtschaftlich tragfähige Alternative zur DATEV-Eigenorganisation gibt es für diese Größenordnung heute schlicht nicht. Ob sich das ändert, beobachten wir aktiv.

Großkanzleien stehen dagegen heute schon vor der Frage, ob DATEV EO comfort als ERP- und CM-System noch ausreicht oder ob es eine Alternative braucht. Wer sich davon angesprochen fühlt, findet unsere Einschätzung dazu in einem eigenen Beitrag. Zum zweiten Beitrag: Die DATEV Cloud kommt. Die wichtigste Entscheidung trefft ihr vorher.

Fazit

Offizielles gibt es zu diesem Thema kaum, Gerüchte dafür umso mehr, und beides zusammen heißt: Entscheidungen fallen gerade auf Basis von Nichtinformationen. Genau daraus kommt unsere Einschätzung, sich jetzt nicht verrückt zu machen. Was ihr ohnehin kaum beeinflussen könnt, sollte auch kein Projekt werden. Reizt euer bestehendes System aus, räumt auf, wo es sich im Alltag rechnet, und wartet ansonsten ab.

Umso mehr sind wir auf euch angewiesen. Wenn bei euch etwas eingeht, egal über welchen Kanal, ein offizielles Schreiben, eine Aussage aus dem Vertrieb, ein Hinweis aus einem Netzwerk oder auch nur ein Gerücht aus dem Kollegenkreis, schickt es uns. Wir tragen alles zusammen, klopfen es ab und geben euch das gefilterte Bild zurück, über Newsletter und über diesen Blog. Über jeden Baustein sind wir froh.

Bei Fragen sind wir wie immer für euch da. Hier könnt ihr direkt einen:  unverbindlichen Beratungstermin buchen.

Ihr interessiert euch für weitere Beiträge rund um DATEV, Digitalisierung und Kanzleiorganisation?

In unserem Blog findet ihr weitere Einordnungen, Praxisimpulse und aktuelle Themen für Steuerberatungskanzleien: Weitere Beiträge entdecken

Wir begleiten Kanzleien seit Jahren in der DATEV-Eigenorganisation und kennen den Unterschied zwischen Pflicht und Panik.

Lasst euren aktuellen Stand einmal von außen einordnen.

 

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Die DATEV Cloud kommt. Die wichtigste Entscheidung trefft ihr vorher.In unserem Beitrag zur DATEV-Gerüchteküche haben wir für den Kanzleialltag Entwarnung gegeben: kein Aktionismus, kein internes Umstellungsprojekt auf Verdacht. Das gilt weiterhin. Es gilt aber nicht für alles. Denn für eine Gruppe von Kanzleien stellt die Cloud-Transformation eine Frage, die viele noch gar nicht als Frage erkannt haben. Deshalb dieser zweite Beitrag.
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DATEV Digitale Kanzlei: Was Ihnen die Auszeichnung bringt und wie Sie das Label erhaltenWie digital ist eure Kanzlei bereits aufgestellt? In diesem Beitrag erfahrt ihr, welche Kriterien DATEV für das Label „Digitale Kanzlei“ ansetzt, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen und wie ihr eure Kanzlei gezielt auf dem Weg zur digitalen Kanzlei weiterentwickeln könnt.Hier klicken

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